Dänische Regierung stellt Gesundheitsreform vor – und entmachtet gleichzeitig die fünf Regionen

Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen (V). Foto: PR/Statsministeriet
Dänemarks Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen (V). Foto: PR/Statsministeriet

Kopenhagen. Die dänische Regierung plant eine der größten Reformen der letzten Jahre: Am heutigen Mittwoch hat Staatspräsident Lars Løkke Rasmussen verschiedenen Medien wie Danmarks Radio und JyllandsPosten die in seiner Neujahrsansprache angekündigte Krankenhausreform im Parlament vorgestellt. Danach wird die politische Verwantwortung für das Gesundheitswesen von den jetzt fünf Regionen im Königreich bis 2020/21auf die neue Behörde Sundhedsvæsen Danmark (dt. Gesundheitswesen Dänemark) übergehen. Ihr Sitz soll im jütländischen Aarhus sein, der zweitgrößten Stadt des Landes. Gleichzeitig sollen 21 neue sogenannte Gesundheitsgemeinschaften (dän. Sundhedsfællesskaber) übers Land verteilt gebildet werden. Ziel ist es, eine bessere Gesundheitsversorgung mit zeitnahen Arztterminen zu  bieten und eine bessere Notfallmedizin zu bieten. Vor allem sollen aber auch Krankenhausaufenthalte und Behandlungszeiten gekürzt werden. Der konservative Regierungschef von der Partei Venstre würde mit diesem Schritt gleichzeitig 205 gewählte Politiker in den Regionsparlamenten de facto entmachten, die bisher vor allem für die Gesundheitspolitik ihrer Region verantwortlich waren. Diese Form der Zentralisierung erntete bereits im Vorfeld Kritik von Ärzteverbänden wie von Regionalpolitikern, die die Bürgernähe bedroht sehen. Die Reform muss noch im dänischen Parlament Folketing verabschiedet werden. / cs 16.1.2018