Dänemarks letzte aktive Glashütte: Glaswerk Holmegaard wird interaktives Museum für Glas, Keramik und Design

Die dänische Kronprinzessin Mary bei der Eröffnung des Holmegaard Værks in Næsteved. Foto: VisitDenmark/PR
Die dänische Kronprinzessin Mary bei der Eröffnung des Holmegaard Værks in Næsteved. Foto: VisitDenmark/PR

NEWS Næsteved/Seeland. Holmegaard ist eine der bekanntesten Glashütten Dänemarks. Sie war bei Ihrer Gründung 1825 die erste Dänemarks und ist heute die einzige noch aktive Glashütte des Landes. Diesem traditionsreichen Erbe wurde nun neues Leben eingehaucht: Anfang Juni eröffnete Kronprinzessin Mary von Dänemark auf dem alten Industriegelände der Glashütte in der Gemeinde Næstved auf Seeland das neue Zentrum für Glaskunst, Holmegaard Værk. Das interaktive Museum für Glas, Keramik und Design umfasst mit mehr als 40.000 verschiedenen Werken eine der größten Glassammlungen Skandinaviens, verschiedene Dauerausstellungen und eine aktive Werkstätte für Glaskünstler. Hinzu kommen ein Designshop, ein Café und ein Restaurant. Das Highlight: Die Besucher können in den Werkstätten unter Anleitung der Künstler selbst mit Glas arbeiten und ihre Kreationen mit nach Hause nehmen.

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Der Rahmen zum Bikerglück – die Kopenhagener Fahrradmanufaktur Coh&Co

Mette Walsted von Coh&Co in der Manufaktur der Kopenhagener Radenthusiasten. Foto: Christoph Schumann, 2020
Mette Walsted von Coh&Co in der Manufaktur der Kopenhagener Radenthusiasten. Foto: Christoph Schumann, 2020

REPORTAGE Kopenhagen Irgendwann hatte Paul Harder Cohen genug. Genug von traditionellen Fahrrädern mit wenig Komfort. Genug von unruhigen Rahmen, die bei schneller Fahrt die Spur nicht halten statt geradeaus zu rollen. Irgendwo in der für ihre vorbildliche Verkehrspolitik so hochgelobten Fahrradhauptstadt Kopenhagen müsste es doch ein Bike geben, das den Bedürfnissen der Mobilität von heute gerecht wird. Monatelang suchte der gebürtige Engländer vergeblich nach „seinem“ Zweirad. Gemeinsam mit seiner Frau Mette Walsted Kristiansen tüftelte der gelernte Bootsbauer, der einige Jahrzehnte mit Jachten gearbeitet hatte, an neuen Konzepten. Dabei experimentierte der heute 54-Jährige mit dem Material, das er vom Schiffsbau am besten kannte und das schon Karl Drais, der Erfinder des Ur-Vaters aller heutigen Räder benutzt hatte: Holz. Das robuste und gleichzeitig flexible, gut formbare Material war die Grundlage erster Rahmen, denen die studierte Grafikdesignerin Mette Walsted nordisch-klare Linien verlieh. Das Ergebnis: Seit rund fünf Jahren bauen die beiden Fahrradnerds ihre Wooca Bikes – aus: Wood und Copenhagen – in Handarbeit in Kleinserie. Die Werkstatt ihrer Coh&Co genannten Manufaktur liegt in einem flachen, alten Industriegebäude im Stadtteil Nyhavn, irgendwo zwischen Containerhafen und dem trendigen Wohn- und Geschäftsviertel, das in den vergangenen Jahren rund dreißig Fahrradminuten nördlich der Kopenhagener Altstadt aus dem Boden geschossen ist.

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Dänemark präsentiert "Exit-Strategie": Öffnung für Kindergärten, aber kein Frühjahrsurlaub für deutsche Urlauber

NEWS. Kopenhagen. Osterurlaub und Frühjahrsurlaub in Dänemark bleiben für deutsche und andere internationale Reisende in diesem Jahr ein Traum: Laut der gestern Abend präsentierten dänischen "Exit-Strategie" bleiben die Grenzen die nordischen Königreichs zunächst für weitere vier Wochen bis einschließlich 10. Mai 2020 geschlossen. Das sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (S) auf einer Pressekonferenz zu den dänischen Plänen zur "Genåbning", der schrittweisen Wiederöffnung des Landes nach den Corona-Beschränkungen der letzten Wochen. Auch Restaurants bleiben vorläufig geschlossen. Lockerungen gibt es dagegen für Kitas, Kindergärten und Grundschulen der Klassen null bis fünf: diese sollen ab 15. April – also unmittelbar nach Ostern – wieder öffnen. Schüler der Klassen sechs bis zehn sollen weiterhin zuhause bleiben und Fernunterricht erhalten. Abschlussprüfungen der dänisch Folkeskole genannten zehnjährigen Grundschule wird es demnach nicht geben.

Ein Aus gibt es jetzt schon für große Veranstaltungen, Festivals und andere Feiern: Große Versammlungen darf es laut Mette Frederiksen zunächst bis einschließlich August nicht geben. Das internationale Roskilde Festival, Nordeuropas größtes Musikevent mit zehntausenden Besuchern, meldete daraufhin bereits seine Absage. Stattfinden sollte das Roskilde Festival vom 27. Juni bis 4. Juli 2020. / cs

Dänische Ferienhausbranche kämpft mit Corona-Folgen – viele Stornierungen

NEWS Kopenhagen. Dänemarks wichtigster Erwerbszweig kämpft mit den Folgen der Corona-Krise. Der auch bei ausländischen Urlaubern so beliebte Ferienhausurlaub zeigt seit Wochen nur einen Trend: nach unten. „Allein bis einschließlich Ostern haben wir schon 1,4 Millionen Stornierungen bei den Übernachtungen erhalten – allen voran von deutschen Gästen“, sagte der Direktor des Branchenverbands Feriehusudlejernes Brancheforening, Carlos Villaro, gegenüber dem Wirtschaftsportal finans.dk. Hauptgrund für die zahlreichen Absagen sei die Grenzschließung, deren Öffnung noch völlig offen sei. Die dänischen Ferienhausvermieter hätten von einer Woche auf die andere teilweise mehr als 90 Prozent ihres Umsatzes eingebüßt, so Villaro. Die Abbestellungen betreffen auch den Juli, der als wichtigster Monat der Reisesaison überhaupt gilt. „Neue Anfragen oder gar Reservierungen für Juni und Juli erhalten wir dagegen nicht“, so Kim Holmsted vom Branchenriesen Novasol. Hoffnung mache, dass viele Reisende sich für eine Umbuchung entscheiden und damit voraussichtlich nicht ganz verloren sind. Mit bis zu vier Milliarden dänischen Kronen Umsatz im Jahr (ca. 536 Mio. Euro) bildet die Ferienhausvermietung das wichtigste Standbein im Tourismus. Mit fast 21 Millionen Ferienhausübernachtungen konnte Dänemark im vergangenen Jahr einen neuen Rekord vermelden. Nun haben die Ferienhausvermittler Wirtschaftsminister Simon Kollerup um Unterstützung gebeten, wie Hotels, Reiseunternehmen oder Museen sie bereits erhalten. Eine Antwort steht noch aus. / cs

Corona-Krise und ihre Folgen: Nordeuropas Arbeitsmarkt vor schweren Zeiten

NEWS Kopenhagen. Auch der Arbeitsmarkt der nordeuropäischen Länder ist von den Auswirkungen des Coronavirus-Pandemie heftig erschüttert. So stieg in Dänemark in den vergangenen Wochen die Zahl der Arbeitslosen um rund 45.000. Am Mittwoch letzter Woche meldeten sich landesweit fast 2.800 DänInnen beim Jobcenter, gab das zuständige Beschäftigungsministerium in Kopenhagen bekannt. Zum Vergleich: An einem normalen März-Mittwoch liegt die Zahl derjenigen, die sich in Dänemark arbeitslos melden, bei durchschnittlich 1.157 Personen. Dennoch sei der Trend leicht positiv, so das Beskæftigelsesministerium, denn eine Woche zuvor hatten sich sogar rund 3.800 Menschen arbeitslos gemeldet. Insgesamt waren am Samstag, 28. März, genau 164.510 DänInnen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg von fast 33.800 seit dem 9. März. Der 9. März ist gleichzeitig der Stichtag, ab dem der dänische Staat mit seinem groß angelegten Hilfspaket Unternehmen und Selbständigen rückwirkend mit der Zahlung von Kurzarbeitergeld und anderen Kompensationsleistungen im akuten Krisenfall unterstützt. / cs

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Dänemark zieht Ausschüttung für Autoren wegen Coronakrise vor

NEWS Kopenhagen. Die dänischen Kulturbehörden haben die Aussschüttung des sogenannten Bibliotheksgeldes (dän. Bibliotekspenge), die in etwa mit der Ausschüttung der VG Wort hierzulande vergleichbar ist, auf Bitte der dänischen Autorenvereinigung auf heute vorgezogen. Wie die zuständige Behörde Slots- og Kulturstyrelsen in einer Pressemitteilung mitteilt, werden insgesamt rund 183 Mio. dänische Kronen an etwa 10.000 AutorInnen von Belletristik bis Sachbuch ausgeschüttet. So sollen wirtschaftliche Schwierigkeiten durch ausfallende Lesungen, Literaturmessen etc. nach Möglichkeit abgemildert werden. Die Summe entspricht umgerechnet etwa 24,5 Mio. Euro. Durchschnittlich erhalte jede/r AutorIn etwa 2350 Euro. / cs

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Dänisches Start-up Sprout: Nach Gebrauch in neuer Blüte

Teebeutel und Löffel in einem: der Sprout Spoon. Foto: PR
Teebeutel und Löffel in einem: der Sprout Spoon. Foto: PR

WIRTSCHAFT Kopenhagen. Es kommt nicht immer darauf an, gute Einfälle selbst zu haben – manchmal ist es noch wichtiger, das Potenzial eines innovativen Ansatzes zu erkennen. Genau so erging es Michael Stausholm mit Sprout. Vor sieben Jahren stieß der dänische Unternehmer auf der Crowdfunding-Plattform www.kickstarter.com auf eine Idee einiger Studierender vom Massachusetts Institute of Technology (MIT): einen Bleistift, der nach Gebrauch zu einer Pflanze wird. Der Stift sollte dabei nicht nur nachhaltig hergestellt, sondern auch biologisch abbaubar sein. Eine Art Gegenentwurf zum Kugelschreiber aus Kunststoff also. „Jahr für Jahr werden etwa 50 Milliarden Kugelschreiber produziert und verkauft. Das sind 135 Millionen Plastikstifte pro Tag, denn meist bestehen sie ja aus Mineralöl. Eine riesige Menge Plastik, die früher oder später im Müll landet“, rechnet der 50-jährige Stausholm vor. „Wenn wir nur einen kleinen Teil dieser Kunststoffschreiber durch pflanzbare Stifte ersetzen können, gibt es genug Grund für ihre Herstellung“, so der Unternehmer im Gespräch mit mir weiter.

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