Dänemark: Vom Land der Fähren zum Land der Brücken

Sogar von Aalborg am Limfjord fuhren früher Fähren – zum Beispiel nach Kopenhagen. Postkarte aus ca. 1960er Jahre. Repro Postkarte: C. Schumann, 2025
Sogar von Aalborg am Limfjord fuhren früher Fähren – zum Beispiel nach Kopenhagen. Postkarte aus ca. 1960er Jahre. Repro Postkarte: C. Schumann, 2025

LAND DER FÄHREN Aalborg (cs). Ein Land mit Inseln braucht – Fähren. Als Verbindungs- und Transportmittel zwischen Festland und Eilanden. Mit mehr als 400 Inseln ist Dänemark traditionell ein Königreich. Gewesen? Denn die Schiffe werden immer weniger. Verknüpfen heute noch rund 50 Fähren das nordische Land übers Meer hinweg, waren es bis in die 1970er und 1980er noch fast doppelt so viele. Erste Fähren verkehrten laut Quellen Anfang des 19. Jahrhunderts regelmäßig zwischen dänischen Häfen. Sie waren meist aus Holz und beförderten Menschen, Wagen und Tiere. "Luxus"fähren hatten sogar Platz für Kabinen und Verpflegung. Ende des 19. Jh. sah man in dänischen Gewässern vermehrt moderne Raddampfer. Sie konnten sogar Eisenbahnwaggons mitnehmen. Abgelöst wurden sie von Fähren mit Schrauben, die in eisreichen Wintern sogar durch zugefrorene Gewässer zuverlässig pendelten. Eisenbahnfähren gibt es heute gar nicht mehr – die Große-Belt-Brücke löste die Fähren zwischen Nyborg auf Fünen und Korsør auf Seeland ab. Und auch zwischen Rødby auf Lolland und Puttgarden auf Fehmarn gibt es keinen internationalen Bahnverkehr mehr. Wenn der Fehmarnbelttunnel fertiggestellt sein wird, fahren die Züge zwischen Deutschland und Dänemark durch den Tunnel, nicht übers Wasser. Bleibt das Fährvergnügen beispielsweise zu Urlaubsinseln wie Bornholm, Læsø, Fanø, Samsø oder vielen kleineren Inseln. Und das hoffentlich noch lang! //