150 Jahre Paula Modersohn-Becker: Schaffensrausch zwischen Bremen, Worpswede und Paris

Besucher vor dem "Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag" (1906) von Paula Modersohn-Becker im Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen. Foto: © Paula Modersohn-Becker Museum/Patric Leo
Besucher vor dem "Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag" (1906) von Paula Modersohn-Becker im Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen. Foto: © Paula Modersohn-Becker Museum/Patric Leo

KUNST Ausstellungen Bremen (cs). Zu Lebzeiten als Künstlerin unbeachtet, heute eine mit Ausstellungen weltweit gefeierte Malerin – die mit nur 31 Jahren früh verstorbene Paula Becker stand lange im großen Schatten ihres Mannes Otto Modersohn und anderer Größen der Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen. Wie aus der als drittes von sieben Kindern am 8. Februar 1876 in Dresden geborenen Minna Hermine Paula „die“ Paula wurde, erzählt anlässlich ihres 150. Geburtstags die sehenswerte Sonderausstellung „Becoming Paula“ im Paula Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße in Bremen – schon ein Jahr nach ihrem Tod eröffnet, ist das Haus das erste einer Malerin gewidmete Museum weltweit.

Rund 80 Gemälde, Zeichnungen und Papierarbeiten aus der eigenen Sammlung sowie seltene Leihgaben aus Privatbesitz geben zwar keinen grundlegend neuen, aber einen so wohl noch nie gebotenen kompakten Überblick über das außergewöhnliche Schaffen der Kreativen. Ausgebildet unter anderem in Berlin und London kam Paula Modernsohn-Becker erst bei Aufenthalten in Paris 1900, 1903 und besonders 1905/06 als eigenständige Künstlerin zur Welt – sie trennt sich von ihrem Mann Otto „und gerät über Monate in ihrem kleine Atelier in einen echten Schaffensrausch“, sagt Matthias Jäger von den Museen Böttcherstraße.

Das Gemälde "Selbstbildnis mit Zitrone" malte Paula Modersohn-Becker 1906/07. Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen, Leihgabe aus Privatbesitz. Foto: © Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen
Das Gemälde "Selbstbildnis mit Zitrone" malte Paula Modersohn-Becker 1906/07. Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen, Leihgabe aus Privatbesitz. Foto: © Paula-Modersohn-Becker-Stiftung, Bremen

"Becoming Paula" in Bremen

Paula malt Landschaften ihrer Wahlheimat Worpswede oder Menschenbilder von Modellen aus dem dortige Armenhaus, ihrer Schwester Herma, Martha Vogeler, dem Dichter Rainer Maria Rilke. Und sie malt: sich. Paula malt Porträts, aus denen sie heutige Besucher offen und fragend anblickt. Oder Akte, die in denen Selbstzweifel zu Eigenständigkeit werden. „Becoming Paula“ erlaubt, die erstaunlichen Wege der Malerin von den Anfängen bis zum Ende mitzugehen. In nur zehn Jahren schuf Modersohn-Becker 700 Gemälde und 1000 Zeichnungen, die heute nicht selten Auktionsrekorde erzielen. Warum, lässt sich in den nächsten Monaten in Bremen und Worpswede erleben.

Die Jubiläumsausstellungen in und um Bremen
Die Ausstellung „Becoming Paula – London Berlin Worpswede Paris“ im Paula-Modersohn-Becker Museum, Böttcherstr. 6 ist noch bis 13. September zu sehen. Geöffnet ist Di–So 11–18 Uhr. Eintritt 12 Euro. www.museen-boettcherstrasse.de. Die Gemeinschaftsausstellung „Impuls Paula“ im Künstlerdorf Worpswede läuft sogar bis 1. November. Die Öffnungszeiten variieren, am Wochenende alle Sa und So 11–17 Uhr. Das Paula Kunst-Ticket für alle vier Häuser kostet 25 Euro. www.worpswede-museen.de
Insgesamt 19 Werke Modersohn-Beckers präsentiert auch die nahe gelegene Kunsthalle Bremen in einem neu eingerichteten Ausstellungsaal, www.kunsthalle-bremen.dew
Noch mehr Hintergründe und Tipps bietet die Jubiläumsseite paula150.de