Dänisches Architektur Bjarke Ingels Group gewinnt Wettbewerb um Hamburgs neue Oper in der HafenCity

So könnte Hamburgs – umstrittene – neue Oper in der Baakenhöft an der Elbe laut Entwurf von BIG aussehen. Copyright: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain
So könnte Hamburgs – umstrittene – neue Oper in der Baakenhöft an der Elbe laut Entwurf von BIG aussehen. Copyright: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain

NEWS Hamburg/Kopenhagen (cs). Erneut kann ein dänisches Architekturbüro eine internationale Ausschreibung für sich entscheiden: Heute hat die Hansestadt Hamburg bekanntgegeben, dass die renommierte Bjarke Ingels Group den Siegerentwurf für die mögliche neue Oper in der HafenCity geliefert hat. Laut Presseinformation wird der Siegerentwurf nun in den kommenden voraussichtlich zwei Jahren in enger Abstimmung mit der Kühne-Stiftung des Investors bzw. Bauhernn, der Stadt und der Hamburgischen Staatsoper als künftiger Nutzerin konkretisiert. Erst am Ende dieser erweiterten Vorplanung und einer belastbaren Kostenschätzung wird die Kühne-Stiftung abschließend über die Realisierung des Neubaus entscheiden. Ausgewählt hat den Entwurf von BIG eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt, der Kühne-Stiftung und externen Expertinnen und Experten. Die Entscheidung fiel offiziell einstimmig. Der Entwurf von BIG sieht ein herausragendes Opernhaus mit einer einladenden, rundum begehbaren Dachlandschaft vor, die sich zu allen Seiten zur Elbe und in die Stadt hinein öffnet.

Aufbauend auf eine theaterfachliche Vorplanung wurde das architektonische Qualifizierungsverfahren von der Hamburgische Staatsoper Projekt gGmbH durchgeführt. Die Jury bescheinigt dem Entwurf des internationalen Teams der Bjarke Ingels Group ein durchdachtes Konzept und einen städtebaulich überzeugenden Ansatz. Er sei eine „gelungene Symbiose aus guten Bedingungen für ein Opernhaus und spannendem Wahrzeichen für alle Hamburgerinnen und Hamburger“. Als besonderes Merkmal wurden die großzügigen Dachauskragungen der Fassade gewürdigt, aus denen eine Kaskade von eleganten Balkonen resultiere: „De facto entsteht eine Spirale aus Dachgärten, die mit einheimischen Bäumen, Büschen und Gräsern bepflanzt wird und der Öffentlichkeit als Aufenthaltsort zur Verfügung gestellt wird. So kann das Operngebäude vollständig umrundet werden, um Blicke zur Stadt, zur HafenCity und zum Hafen zu genießen.“ Der Entwurf werde insbesondere bei Nacht zur Ikone, wenn seine ausufernden „Blätter“ von unten beleuchtet einer aufsteigenden Blüte ähnelten. Der holzverkleidete Saal bietet Platz für 1.500 Besucher.

Hamburgs neue Oper könnte begehbar werden – ähnlich wie die neue Oper im norwegischen Oslo. Copyright: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain
Hamburgs neue Oper könnte begehbar werden – ähnlich wie die neue Oper im norwegischen Oslo. Copyright: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain

Die Stadt Hamburg hat sich im Februar 2025 mit der Kühne-Stiftung auf den Vertrag über den Neubau einer Oper von Weltrang auf dem Baakenhöft geeinigt. Geplant ist, dass die HSO Projekt gGmbH den Neubau verantwortet, an der nach Zustimmung durch die Bürgerschaft neben der Stiftung künftig auch die Stadt Hamburg und die Hamburgische Staatsoper beteiligt sein sollen. Die Stadt wird zudem die öffentlichen Flächen rund um die neue Oper für alle zugänglich machen.

Der Vertrag sieht vor, dass sich die Stadt für standortspezifische Mehrkosten, insbesondere für Gründung und Flutschutz, mit 147,5 Millionen Euro an den Kosten für den Bau der Oper beteiligt. Dieser Betrag ist gedeckelt. Die weiteren Kosten für den Bau des neuen Opernhauses übernimmt die Stiftung. Nach Fertigstellung gehen das Gebäude und die Anteile der Stiftung an der Projektgesellschaft als Schenkung an die Stadt über.

Im September hat der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg eine Drucksache beschlossen, mit der die Hamburgische Bürgerschaft um Zustimmung zu dem Vertrag gebeten wird. Diese wird derzeit von der Bürgerschaft beraten.

 

Quelle: Pressemitteilung Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, November 2025

Auch bei Nacht könne die neue Oper in der Hamburger HafenCity ein Hingucker werden. Copyright: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain
Auch bei Nacht könne die neue Oper in der Hamburger HafenCity ein Hingucker werden. Copyright: BIG & Yanis Amasri Sierra, Madrid, Spain