NEWS SÜDJÜTLAND Sønderborg/Sonderburg (cs). Südjütland geht beim Urlauberservice neue Wege: In einem Pilotprojekt werden Reisende in den kommenden Monaten als erstes in der Kommune Sønderborg (dt. Sonderburg) auf großflächige Übersichtskarten an Hotelrezeptionen, auf Campingplätzen, in Museen und anderen Attraktionen, aber auch in Restaurants, Cafés und in Geschäften stoßen. Die detaillierten Pläne liefern einen Überblick über lohnende Ziele in der Region zwischen Flensburger Förde und Als mit Tipps zu Museen, Familienattraktionen, Wander- und Radwegen, Yachthäfen, touristischen Routen, Shoppingmöglichkeiten und vielem mehr. Dazu gibt es vor Ort gedrucktes Infomaterial wie Broschüren, Landkarten oder Flyer. Dieses umfangreiche analoge Angebot wird ergänzt durch Verweise auf digitale Guides in Form von Apps, QR-Codes oder Webseiten, die ausführlichere Informationen etwa zum Besuch von Events, lokalen Feiern, aber auch Kontaktangaben, Öffnungszeiten und vieles mehr liefern.
Rund 80 Infospots sind geplant
Rund 60 bis 80 der neuen Anlaufstellen sollen insgesamt installiert werden – nicht zentral, sondern großräumig verteilt. Der Wandel weg von der klassischen Touristeninformation mit persönlichem Kontakt hin zu kombinierten analogen und digitalen Angeboten ist Teil einer neuen Strategie: Die zuständige Tourismusorganisation Destination Sønderjylland möchte Gästen damit ein großflächig und zeitlich uneingeschränkt zugängliches Informationssystem bieten. „Wir bringen die Information dorthin, wo die Gäste sind“, erklärt Projektleiterin Sarah Hirian von Destination Sønderjylland das Konzept im Dialog mit mir. „Nicht jeder geht heute noch in eine Touristinformation – aber fast jeder steht irgendwann an einer Rezeption oder sitzt im Restaurant.“ Die neuen Infopoints markieren einen Paradigmenwechsel: Statt großer, oft kostenintensiver Infoterminals im öffentlichen Raum entsteht nun eine Art vernetztes Mikro-System.
Urlauberrekorde in Dänemark
Dänemark habe mit 66 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreicht, so Hirian. Allein die Gemeinde Sønderborg habe mit 1,7 Millionen Nächtigungen gegenüber 2024 ein Gästeplus von 16 Prozent gezählt. „Wegen dieses steigenden Interesses ist es umso wichtiger, dass wir unseren Urlaubern relevante Informationen unkompliziert und möglichst barrierefrei zugänglich machen, sobald sie in der Region ankommen“, so die dänische Tourismusexpertin. Der erste Schwerpunkt der neuen Infospots liegt neben der 75-Einwohner-Stadt Sønderborg auf der Insel Als sowie dem ebenfalls beliebten Gråsten mit seinem königlichen Schloss. Zukünftig sollen in Südjütland weitere Ziele wie Aabenraa, Haderslev oder Rømø hinzukommen. Bei der Auswahl spielen hoch touristische Frequenz, vorhandene Infrastruktur und das Netz lokaler Partner eine entscheidende Rolle.
Auch Dänemark möchte Touristen besser in spannenden Regionen verteilen
Eine weitere Strategie hinter den neuen Infospots ist der Versuch, Touristen auf neue Wege zu lenken und die Touristenströme besser zu verteilen. Wer beispielsweise in einem Café sitzt, erhält gezielt Hinweise auf Veranstaltungen in der Nähe, weniger bekannte Ausflugsziele oder alternative Routen. Die Inhalte der Infospots werden zentral kuratiert und regelmäßig aktualisiert. Neben klassischen Informationen wie Sehenswürdigkeiten oder Öffnungszeiten geht es auch um aktuelle Events, Wetterlage oder saisonale Empfehlungen. Perspektivisch ist sogar eine stärkere Personalisierung denkbar. Der Ansatz passt zur internationalen Tendenz im Tourismus, Hotspots zu entlasten und weniger bekannte Reiseziele zu fördern.
