Mit ein paar dänischen Kronen auf kulinarischer Weltreise

Kopenhagen. Kopenhagen besitzt 13 Michelin-Restaurants und gilt als Wiege der Neuen Nordischen Küche – wirklich angesagt bei Millionen Gästen aber sind die hippen Street-Food-Märkte der dänischen Metropole.

 

Zwischen Sternenküche und kuliniarscher Weltreise liegen in Christianshavn nur drei Minuten. Denn wer über die neue, im letzten Jahr eröffnete Fußgänger- und Radfahrerbrücke Inderhavnsbroen von Kopenhagens Flaniermeile Nyhavn über den Hafen Richtung neuer Oper bummelt, hat die Wahl: Zur Rechten an der Strandgade liegt das „108“ – das Restaurant von Küchenchef Kristian Baumann eröffnete erst Anfang 2016 und erhielt dennoch vor wenigen Wochen bereits einen der begehrten Sterne im Guide-Michelin. Doch der nicht versiegende Strom an Touristen, Anwohnern und Studenten ignoriert die „kleine Schwester des berühmten Noma“, wie Gastromen das 108 nennen, und schlendert über einen Kanal zielsicher weiter hinüber nach Papirøen.

 

Vom Papierlager zur gastronomischen Postkarte

Auf der im 17. Jahrhundert von der Marine angelegten künstlichen Insel Christiansholm tauchen ein in eine andere Welt: In zwei schlichten Industriehallen, in der bis vor wenigen Jahren Zeitungspapier für dänische Verlage auf der „Papierinsel“ – so der deutsche Name – lagerte, duftet es nach frischem Falafel ebenso wie nach gebratenem Steak. Nach orientalischen Gewürzen und exotischen Früchten. Nach kolumbianischem Kaffee und dänischem Kuchen. Copenhagen Street Food versammelt insgesamt 39 Mini-Restaurants und vier Bars auf 2.300 Quadratmetern unter einem Dach – und bewusst nicht auf der Straße oder einem öffentlichen Platz, denn: „Das dänische Klima ist einfach nicht für ganzjährigen Genuss unter freiem Himmel gemacht“, sagt Maja Tini Jensen von Copenhagen Street Food. Die Gastronomen kommen aus 13 Nationen – von Südamerika bis Korea, von Italien über Marokko bis Israel. „Wir bieten eine Art gastronomische Postkarte des letzten Urlaubs“, beschreibt Maja Tini Jensen den fröhlichen Eindruck kontrastreicher Vielfalt. „Vor drei Jahren haben wir mit sieben Foodtrucks begonnen“, erinnert sich die Organisatorin.

 

„Vor drei Jahren haben wir mit sieben Foodtrucks begonnen“, erinnert sich die Organisatorin. „Street Food war da bei uns noch völlig unbekannt. Heute gelten wir als Trendsetter und sind vom Erfolg selbst überwältigt.“ Mehr als 1,5 Millionen Neugierige gingen im letzten Jahr auf Papirøen auf kulinarische Entdeckungsreise zwischen den oft improvisiert wirkenden Ständen. Der urbane Charme von Copenhagen Street Food liegt nicht zuletzt in seiner Vergänglichkeit: geöffnet ist nur noch bis zum Jahreswechsel – danach entstehen auf dem citynahen Areal Wohnungen, Büros und ein Schwimmbad. Ob diese so bezahlbar bleiben wie die durchschnittlich weniger als 100 dänische Kronen (ca. 13 Euro) kostenden Gerichte der Foodtrucks, darf man bezweifeln.

Viele der jungen Gastronomen wollen auch danach weitermachen. So wie Pierre Cacheux und Alexandre Fristot von Copper and Wheat, die das Konzept ihres kulinarischen Startups mit mediterran-nordischen Gerichten an einem anderen Ort in Kopenhagen weiterführen möchten. „ Das liegt in unserer Street-Food-DNA: Wir suchen immer wieder Neues. Aber bis dahin genießen wir mit unseren Gästen noch einen langen Sommer und den Rest des Jahres“, freuen sich die Franzosen. Und das mit täglich wechselnden Highlights: So finden in den warmen Monaten regelmäßig an Sonntagen Flohmärkte auf Papirøen statt. Immer mittwochs steht Bingo für alle auf dem Programm. Und freitags und samstags legen ab Mittag DJs auf und sorgen für musikalische Untermalung beim Essen.

 

 

Information zu Street Food in Kopenhagen

 

Allgemeine Informationen zu Kopenhagen auf www.visitcopenhagen.com.

 

Nachtrag im Frühjahr 2018: Der Markt Copenhagen Street Food auf Papirøen hat zur Jahreswende 2017/18 geschlossen. Nachfolger ist ab 18. Mai der neue Street Food Markt "Reffen" auf dem alten Werftgelände Refshaleøen, nur wenige Meter entfernt vom alten Platz. Hier kann man auf 10.000 qm ebenfalls auf eine kulinarisch Weltreise gehen. www.reffen.dk


 

Im Trendviertel Vesterbro gibt es seit kurzem ebenfalls einen Street-Food-Markt: Der Westmarket liegt zwischen Vesterbrogade und Matthæusgade. Geöffnet haben Bäckereien und Cafés tgl. von 8–19 Uhr, Restaurants und Bars von 10–22 Uhr. Insgesamt findet man in der Food-Location mehr als 60 Stände; Vesterbrogade 97, 1620 København V., http://westmarket.dk/

 

Werft mit Weltküche

Mit der Eröffnung des „Reffen“ im Mai 2018 ist Kopenhagen um einen neuen Street Food Markt reicher und lockt mit mehr als 50 kulinarischen und anderen kreativen Angeboten an den Hafen / Insgesamt 10.000 qm stadtnaher Freiraum auf einstigem Werftgelände Refshaleøen

 

Kopenhagen hat einen neuen Street Food Markt: Am 18. Mai eröffnete „Reffen by CPH Street Food“ am Hafen der dänischen Hauptstadt – unmittelbar gegenüber von Kopenhagens Wahrzeichen, der Kleinen Meerjungfrau, an der Langelinie mit Blick auf das Kastell auf dem früheren Werftgelände Refshaleøen. „Reffen“ ist Nachfolger des legendären Street Food Erfolgs auf Papirøen, wo der internationale Gastro-Treff nach vier Jahren Ende 2017 seine Tore schließen und einem Neubau weichen musste. Die Macher von CPH Street Food stehen auch hinter „Reffen“, haben ihr Erfolgsmodell aber um zahlreiche neue Attraktionen für Gourmet- und Designfans unter dem Motto „Reduce & Reuse“ ergänzt. Gäste erwartet bei „Reffen“ auf 6.000 Quadratmetern eine gastronomische Weltreise mit mehr als 40 Küchen von Peru bis Rumänien, von Malaysia bis Griechenland, von Amerika über Afrika bis nach Europa. Gut 1.000 Quadratmeter davon liegen in alten Werkshallen, rund 5.000 Quadratmeter sind Freigelände unter offenem Himmel. Dabei gehört klassisches Street Food wie Burger, Pizza oder Pasta ebenso zum Angebot wie vegane Menüs, Sandwiches, Smoothies, Säfte und vieles mehr. Alle Gerichte an den Food Trucks oder Containern kosten zwischen 75 und 150 DKK (10 bis 20 Euro).

 

Neben der gastronomischen Vielfalt bietet „Reffen“ zehn kreativen jungen Designern die Möglichkeit, in Containern ihre Werkstatt einzurichten und nachhaltige Produkte wie Textilien aus überschüssigem Material oder Recyclingstoffen zu fertigen, auszustellen und zu verkaufen.

 

Nachhaltigkeit ist eines der wichtigsten Themen des „Reffen“. So soll nur kompostierbares Geschirr verwendet, möglichst kein Essen weggeworfen sowie wo immer möglich biologisches und lokales Gemüse und andere Zutaten verwendet werden.

Zusätzlich zur Kernfläche seines neuen Street Food Markts erhält „Reffen“ einen 4.000 Quadratmeter großen Freiraum, „Minefeltet“, auf dem Restauratoren gemeinsam mit allen Kopenhagenern kreative Ideen entwickeln und ausprobieren können. Damit soll die Kreativszene auch zur innerstädtischen Entwicklung des einstigen Industriegeländes beitragen. „Reffen“ hat zunächst ein zehnjähriges Bleiberecht.

 

Kopenhagens neuer Street Food Markt „Reffen“ liegt im Viertel Christianshavn und ist per Rad in rund zehn Minuten von der Flaniermeile Nyhavn zu erreichen. Von Kopenhagens Altstadt aus verkehren darüber hinaus alle zehn Minuten der Bus 9A sowie die Hafenfähren 991 und 992 (30-Minuten-Takt) zum früheren Werftgelände.

Geöffnet sind die Gastrostände des „Reffen“ bis September tgl. von 11–22 Uhr, die Bars von 10–22 Uhr und die kreativen Werkstätten von 12–20 Uhr. Von Oktober bis März wird „Reffen“ nur am Wochenende von Freitag bis Sonntag geöffnet sein: Street Food von 11–22 Uhr, Bars 10–22 Uhr und die Werkstätten von 12–20 Uhr.

 

Quelle: VisitDenmark, 2018