
Dänische Wirtschaft und Gesellschaft Kopenhagen (cs). Neuer König – neue Münzen. Wer jetzt oder in Kürze nach Dänemark reist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schon beim ersten Einkauf den seit zwei Jahren regierenden Monarchen Frederik X. In seinen Händen halten. Vorausgesetzt natürlich, man zahlt bar und nicht wie immer mehr Däninnen und Dänen bargeldlos mit Karte, Handy oder Smartwatch. Ganz digital ist aber selbst unser nördliches Nachbarland nicht – und soll es laut dänischer Nationalbank auch nicht werden: Jüngst empfahlen Experten aus Kopenhagen, dass alle Haushalte im Königreich mindestens 250 Kronen (ca. 35 Euro) pro Person an Bargeld vorrätig haben sollten. Sicher ist sicher. Denn Bezahlsysteme, Internetleitungen oder sogar der Strom könnten – wie kürzlich auf Bornholm geschehen – ja einmal komplett ausfallen.
Doch zurück zum Regenten, der 2024 seiner Mutter Margrethe II. auf den Thron folgte. Im Dezember brachte Dänemarks zentrale Notenbank neue Münzen in Umlauf, auf denen der amtierende König zu sehen ist: Auf der Vorderseite der neuen 20- und 10-Kronen-Münzen ist ein Porträt von Frederik X., das von der dänischen Künstlerin Eva Hjort geschaffen wurde. Es zeigt den Familienvater im Profil und mit Bart.
Im Profil mit Bart
Die Rückseite zieren Frederiks Wappen sowie die Krone aus dem königlichen Wappen. Auf den ebenfalls neuen 5-, 2- und 1-Kronen-Münzen ist ein ganz neues Symbol zu sehen, das bisher noch nicht auf dänischen Münzen verwendet wurde: Es handelt sich um ein Achteck, das die Form des Platzes von Schloss Amalienborg in Kopenhagen symbolisieren soll. Dort wohnt Frederik X. mit seiner Frau Mary. Und auch die langjährige Regentin Margrethe II. ist dort zuhause. Das Oktagon, also Achteck, wiederholt sich viermal für die vier Paläste und ist zu einer Form verbunden. Laut Jeanette Skov Jensen, Designchefin der dänischen Nationalbank, bezieht sich die Symbolik auf Amalienborg und den Schlossplatz „als Treffpunkt für das Königshaus und die dänische Bevölkerung“.

Nur 50 Øre bleiben gleich
Als einzige Münze unverändert seit 1989 bleibt die 50-Øre-Münze. Sie wurde laut Nationalbank nicht verändert, da sie das einzige Geldstück zwischen Skagen im Norden und Nexø im Osten, das keine Symbole zeigt, die einen Bezug zu einem aktuellen Regenten bzw. einer aktuellen Regentin haben. Gültigkeit haben die neuen dänischen Münzen schon jetzt im Zahlungsverkehr. Die bisherigen Geldstücke mit dem Porträt von Frederiks Amtsvorgängerin und Mutter Königin Margrethe II. behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Frederik X. erhielt die ersten Münzen schon einige Wochen vor Erscheinen von Nationalbankdirektor Christian Kettel Thomsen persönlich – und freute sich: „Die Münzen sind schön und spiegeln Vergangenheit und Gegenwart. Ich freue mich.“
Die Tradition, auf Münzen im Königreich Dänemark den Monarchen abzubilden, ist übrigens mehr als tausend Jahre alt, sagt Niels Kaas von der Nationalbank: „Die älteste bekannte Münze ist die sogenannte „Svend Tveskæg-mønt“ (dt. Sven-Gabelbart-Münze), die aus der Zeit um 995 n. Chr. stammt. Seitdem haben alle dänischen Münzen einen Bezug zur Königsmacht – entweder in Form eines Porträts oder Monograms.“ Ursprünglich oblag dem König auch die Verantwortung für die Münzproduktion. Er (oder sie) war auch verantwortlich für ihre Qualität und den korrekten Metallgehalt, der ihren Zahlungswert garantiert. Heute liegt diese Bürde bei der Nationalbank. Wobei in Dänemark selbst wegen der eher geringen Auflagen keine Münzen mehr geprägt werden. Die neuen Münzen wurden in Spanien produziert.

Neue Kronen-Scheine Ende des Jahrzehnts
Apropos neu: Auch bei den Scheinen wird sich in Dänemark bald einiges tun. Zum einen hat Danmarks Nationalbank bereits im letzten Jahr alle 1000-Kronen-Scheine für ungültig erklärt. Diese sowie
alle älteren, vor 2009 ausgegebenen Scheine werden als Zahlungsmittel ungültig. Umgetauscht bzw. benutzt können sie aber noch bis Mai dieses Jahres bei Banken oder im Einzelhandel werden. Nach
dem 31. Mai sind dann nur noch 50-, 100-, 200- und 500-Kronen-Scheine mit dänischen Brücken oder Altertümern gültig. Völlig neue Scheine haben die Banker auch bereits angekündigt: 2028 oder 2029
soll eine neue Serie mit neuen Motiven erscheinen. Diese soll mit neuesten Technologien entstehen, um Fälschungen zu erschweren.
