NEWS Kultur Kopenhagen/Flensburg (cs). Dänemarks Regierung hat sich in der vergangenen Woche zu neuen Aktivitäten gegenüber der deutschen Minderheit im Königreich bzw. in Nordschleswig. Insgesamt hat die Regierung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen beschlossen, elf neue Verpflichtungen im Rahmen des Sprachpakts einzugehen. Die Regierung möchte betonen, wie wichtig es ist, dass die deutsche Minderheit gute Voraussetzungen hat, um die deutsche Sprache, ihre Kultur und ihre nationale Identität zu bewahren, heißt es in einer Pressemitteilung des dänischen Kulturministeriums. Deshalb habe die Regierung beschlossen, 11 weitere Verpflichtungen im Rahmen des Sprachpakts zu übernehmen. Der Europäische Pakt für Regional- oder Minderheitensprachen trat für Dänemark 2001 in Kraft. Der Pakt hat zum Ziel, regionale, historische und Minderheitensprachen in ganz Europa zu fördern und zu schützen. Dänemarks Kulturminister Jakob Engel-Schmidt zeigt sich erfreut: „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass in Dänemark gute Bedingungen für die deutsche Minderheit herrschen, damit sie in Südjütland leben und arbeiten kann und gleichzeitig die Möglichkeit hat, ihre kulturelle und nationale Zugehörigkeit zu bewahren. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir nun eine Reihe neuer Verpflichtungen im Sprachpakt eingehen können. Denn die deutsche Minderheit gehört zu Dänemark, und wir sind verpflichtet, ihr angemessene Bedingungen zu gewährleisten – so wie es auch für die dänische Minderheit südlich der Grenze gilt.“
Und dies sind die neuen 11 Verpflichtungen Dänemarks gegenüber der deutschen Minderheit in Nordschleswig:
1. Dänemark verpflichtet sich, Vorschulunterricht in den relevanten Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten.
2. Dänemark verpflichtet sich, Grundschulunterricht in den relevanten Regional- oder Minderheitensprachen anzubieten.
3. Dänemark verpflichtet sich, das Recht des Angeklagten auf Verwendung seiner Regional- oder Minderheitensprache zu gewährleisten.
4. Dänemark verpflichtet sich, den Verwaltungsbehörden zu gestatten, Dokumente in einer Regional- oder Minderheitensprache auszustellen.
5. Dänemark verpflichtet sich, die Veröffentlichung der amtlichen Dokumente der regionalen Behörden auch in den einschlägigen Regional- oder Minderheitensprachen zuzulassen und/oder zu fördern.
6. Dänemark verpflichtet sich, die Veröffentlichung der amtlichen Dokumente der lokalen Behörden auch in den einschlägigen Regional- oder Minderheitensprachen zuzulassen und/oder zu fördern.
7. Dänemark verpflichtet sich, die Verwendung regionaler Sprachen oder Minderheitensprachen durch regionale Behörden in den Debatten ihrer Versammlungen zuzulassen und/oder zu fördern, ohne jedoch die Verwendung der Amtssprache des Staates auszuschließen.
8. Dänemark verpflichtet sich, die Verwendung regionaler Sprachen oder Minderheitensprachen durch lokale Behörden in den Debatten ihrer Versammlungen zuzulassen und/oder zu fördern, ohne jedoch die Verwendung der Amtssprache des Staates auszuschließen.
9. Dänemark verpflichtet sich, die Verwendung oder Einführung traditioneller und korrekter Formen von Ortsnamen in Regional- oder Minderheitensprachen, gegebenenfalls zusammen mit dem Namen der
Amtssprache(n), zuzulassen und/oder zu fördern.
10. Dänemark verpflichtet sich, mit geeigneten Mitteln sicherzustellen, dass Sicherheitshinweise auch in Regional- oder Minderheitensprachen abgefasst werden.
11. Dänemark verpflichtet sich, in den Wirtschafts- und Sozialbereichen, die direkt von den Vertragsparteien geregelt werden (öffentlicher Sektor), Maßnahmen zur Förderung der Verwendung
regionaler Sprachen oder Minderheitensprachen zu organisieren.
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen sagte zu den neuen Verpflichtungen: „Das Grenzgebiet zeigt, dass verschiedene Sprachen und Kulturen friedlich nebeneinander existieren können. Und die deutsche Minderheit spielt in Südjütland eine ganz besondere Rolle. Bei meinen eigenen Besuchen dort habe ich deutlich die starke Zusammenarbeit und den kulturellen Austausch gespürt, die über die Grenze hinweg gedeihen. Deshalb freue ich mich, dass Dänemark nun weitere Verpflichtungen im Rahmen der Europäischen Sprachencharta übernimmt, um das deutsch-dänische Zusammenleben zu stärken.“
Quelle: Pressemitteilung dänisches Kulturminsterium, 16. Januar 2026; Übersetzung: Christoph Schumann/KI
